Noroviren- 12-tägiger Überlebenskampf im Teppichflor

Noroviren* sind nicht neu, sie wurden erstmals 1972 nachgewiesen. Aber erst seit Mitte der 1990er Jahre können Wissenschaftler den Norovirus bei infizierten Menschen nachweisen, seither wachsen die Erkrankungszahlen weltweit ständig an. Wenn bei Auftreten einer Magen-Darm-Grippe, einer sogenannten Gastroenteritis, keine andere Ursache gefunden wird, handelt es sich meist um eine Norovirus-Infektion. Eine sichere Diagnose kann nur durch den Nachweis der Viren oder Virenbestandteile im Stuhl festgestellt werden, was im Speziallabor erfolgt. Die Erkrankung bricht typischerweise plötzlich auf, dauert meist nur kurz an (12-48h) und verläuft heftig. Die Viren greifen die Schleimhäute von Magen und Darm an und verursachen schwallartiges Erbrechen und starke Durchfälle. So führen sie zu einem erheblichen Flüssigkeitsverlust. Insbesondere Kinder, chronisch kranke und Senioren sind oft schwer betroffen und müssen unter Umständen einen Arzt aufsuchen. Knapp 60 Prozent aller Fälle von Lebensmittelvergiftungen gehen auf die kleinen, rundlichen Viren zurück, die damit erheblich häufiger Ursache einer Magen-Darm-Grippe sind als etwa eine bakterielle Infektion mit Salmonellen. Das liegt vor allem daran, dass schon die unglaublich winzige Zahl von 10 bis 100 Erregern ausreicht, um zu erkranken. Die Übertragungswege sind vielfältig, man kann sich durch direkten Kontakt mit infizierten Personen oder Kontakt mit kontaminierten Oberflächen aber auch durch Tröpfchen in der Luft oder an infizierten Speisen anstecken. Selbst wer längst wieder gesund ist, kann noch wochenlang Erreger ausscheiden. Aber Noroviren sind nicht nur extrem ansteckend, sie sind auch extrem widerstandsfähig. Sie überstehen Temperaturschwankungen von minus 20 bis plus 60 Grad und können auf z.B. einem Teppich bis zu 12 Tagen überleben. Die Viren passen sich ständig ihrer Umwelt an. Grund für die aktuelle Häufung könnte ein neuer Virustyp sein. Auch in der Vergangenheit sei eine solche Entwicklung häufig mit dem Erscheinen eines neuen Genotyps einhergegangen

Es besteht eine Meldepflicht

Laut Infektionsschutzgesetz § 6, Abs. 3 besteht eine nichtnamentliche Meldepflicht bei gehäuftem Auftreten und wenn die erkrankte Person eine Tätigkeit im Sinne des § 42 Infektionsschutzgesetz (IfSG) ausübt. Meldepflichtige Krankheiten, z.B. Norovirus - Statistik Personen, die in Gemeinschaftseinrichtungen im Bereich der Lebensmittelzubereitung gemäß § 42 IfSG tätig sind sowie betreuende Tätigkeiten in Gesundheits- und Gemeinschaftseinrichtungen ausüben, dürfen ihre Tätigkeit erst wieder dann aufnehmen, wenn:
  • zwei Tage keine Krankheitszeichen mehr vorliegen
  • alle Beteiligten über die notwendigen Hygieneregeln informiert worden sind und
  • die Beachtung der Hygieneregeln über mindesten die nächsten zwei Wochen sichergestellt ist.

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*Noroviren sind weltweit verbreitet und weisen die für unbehüllten Viren typischen Resistenzen gegenüber Umwelteinflüssen auf. Sie gehören zur Gruppe der Caliciviride. Die Bezeichnung dieser Virusfamilie kommt vom lateinischen Wort Calix = Becher, Kelch und bezieht sich auf die Oberflächenstruktur der Viren